In einem sind wir uns einig: Aus den Gewitterwolken kommt der Niederschlag immer von oben. Dann treffen die großen Regentropfen als „Starkregenereignis“ (© ehemaliger STR Aichinger) auf die abschüssigen Felder der Stöcklerhöhe, am Rohrberg, in Walling, in Hofkirchen oder auch in Wasen. Und wieder einmal hat es vor ein paar Tagen Altenhofen erwischt. Humus und Erdreich ergoss sich über die Katastralgemeinde. Ausgeräumte Landschaft (Kommassierungen), Maisfelder in Hanglage, verschwundene Wiesen, fehlende Feldraine und ein heftiger „Maischütter“ (Starkregenereignis) und fertig ist die Katastrophe.
Oft tagelang arbeiten dann die Leute vom städtischen Bauhof, der NÖ-Strassenmeisterei, die Feuerwehren und Widhalm`s Kehrmaschinen, um das Wasser und den Erdschlamm in den Kellern, Garagen und auf den Strassen zu beseitigen.
Und wer bezahlt den aufwändigen Katastropheneinsatz? Wie gewohnt werden die Bewirtschaftungsfehler einzelner Bauern und die entstandenen „Begleitschäden“ auf alle aufgeteilt!
Das rechnet sich gar nicht für uns Valentiner Steuerzahler/Innen! Warum schaufeln die Mais-Bauern ihren abgeschwemmten, wertvollen Humus nicht selber auf ihre abschüssigen Felder zurück?
So wie hier am Bild der Wirt am Teich, arbeiten etliche verzagte Altenhofner noch tagelang an der Beseitigung der Schlammlawine. Viele davon sind fuxteufelswild und schimpfen: “Sch… Kukkeruzfelder!“ Aber die „verdächtigten“ Bauern bleiben cool, obwohl der bäuerliche Maschinenring, solidarisch mithelfen könnte, den Schlamm vom Wirts Ferdl seinem neuen Teich weg zu spritzen.
Oben ist das Maisfeld (Ursache) und unten in Altenhofen sind die Draufzahler (Wirkung). Aber wie lange wissen wir das bereits? Zehn Jahre? Zwanzig Jahre? Höchste Zeit, Ursache und Wirkung zu begreifen.
Ein Blitzschlag oder ein Erdbeben treffen uns unvorbereitet, aber einen Gewitterregen sollten wir doch ohne katastrophale Begleitschäden unter Kontrolle haben!
Vielleicht hat das Valentiner Stadtparlament zur Gemeinderats-Halbzeit eine beherzte Idee. Vielleicht auch starten diejenigen Bauern ein Exempel: mehrere 25 Meter breite Wiesenstreifen auf den exponierten, mit Mais bewirtschafteten Hanglagen. Weniger Maisanbau wäre aber überhaupt die beste Idee: das bringt Biodiversität, wir sparen uns etliches an Hochwasserschutzbauwerken (in Walling z.B.) und weniger Maisanbau schützt auch die Bienenvölker unserer Imker vor dem Aussterben...
Gerne bin ich ein Optimist und vielleicht wird es dann nächstes Jahr entscheidend besser, hofft zumindest mit vielen Valentiner/Innen
Hans Hintersteiner